Aus dem Interview

...War das Arbeitslager Kopeisk dein endgültiges Lager?

Ja, das war es. Als ich dort ankam, war ich sehr erschrocken, weil das Lager so groß war. Um das Lager herum ragte eine Gebirgskette hoch auf und auf mich wirkte das sehr bedrohlich. Ich weiß noch, ich dachte: Lieber Herrgott, lass dies hier nicht meine letzte Bleibe sein. Lass mich hier bitte nicht allein! Lass mich bitte nicht hier sterben!
Ja, mein „Gott“ hat mich zum Glück erhört. Zwar nicht sofort, aber einige Jahre später.
Nun ja, wir wurden wieder auf Baracken verteilt.

Jede Baracke bestand im Grunde aus acht Zimmern mit je sechs Etagenbetten. Die Matratzen in meinem Barackenzimmer waren Holzbretter und die Decken waren Jutesäcke. Wir hatten einen Holzboden, einen Ofen und ein Fenster. Es war zum Glück kein dunkles, feuchtes Erdloch mehr. Heizmaterial gab es aber nicht, und die Herbsttage waren schon sehr kalt, aber die Tage waren noch nichts gegen die Nächte, diese waren klirrend kalt. Ich fragte mich damals, wie wir wohl auch nur einen Winter überleben sollten, wenn es jetzt bereits so hart und frostig war?

Mir wurde die Baracke 17 zugeteilt, die ich mit elf weiteren Frauen teilte.

 

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